Ich denke es gibt kaum einen Trend, der sich momentan klarer abzeichnet. Die klassisch schwarze, röhrende und stromfressende Kiste unter dem Schreibtisch wird es wohl bald nicht mehr geben. Es gibt Geräte wie den Raspberry Pi, die ein komplettes Linux locker stemmen und dabei immer noch in die Hosentasche passen. Auf der anderen Seite Wunderwerke wie das iPad, die einen Computer wie ein klobiges Monstrum erscheinen lassen und dabei so einfach zu bedienen sind, dass Anleitungen der Vergangenheit angehören.
Unter diesem Titel steht ein Interview von Enno Schmidt im Gespräch mit Marina Weisband von der Piratenpartei Deutschland. Sie sprechen über die Piraten und warum die so anders sind, über das bedingungslose Grundeinkommen und über ein Menschenbild, das neu und anders ist.
Warum diese Art von ruhigem Gespräch, bei dem wirklich mal Positionen rüberkommen nicht mehr im Fernsehen möglich ist, das ist wohl eine andere Frage. Daher nehmt euch mal ein paar Minuten Zeit und schaut euch das an. Die Maybrit Illner wird euch das verzeihen.
Ich bin gerade auf einen alten Beitrag im Deutschlandfunk gestoßen, der sich mit dem Anhäufen von großen Datenmengen beschäftigt. Das Besondere: Er wurde am 4.4.1975 ausgestrahlt!
“Wenn es nur nach der Technik ginge, müsste jeder Bürger, der einem Computer persönliche Daten überlässt, damit rechnen, dass diese Daten auf unbegrenzte Zeit für jeden beliebigen Zugriff verfügbar bleiben. Das wird sicher in vielen Fällen harmlos sein, kann jedoch durchaus in einigen Fällen, wenn eine Person in eine kritische Situation gerät, sehr unangenehme Folgen für sie haben, wenn persönliche und vielleicht intime Daten, die sie längst der Gnade des Vergessens anheimgegeben glaubt, von Informationsüberlegenen Mächten gegen sie verwandt werden. Ein Datenschatten mag uns dann wohl unser ganzes Leben begleiten, ob wir diesen Schatten auch noch so dringend abzuschütteln wünschen.”
Wie ihr ja alle wisst findet demnächst nicht die Wahl, sondern quasi die Ernennung von Herrn Gauck zum neuen Bundespräsidenten statt. Der werte Herr macht in diesem Zusammenhang natürlich Vorstellungsreisen / Wahlkampf und war daher auch zu Gast im Stuttgarter Landtag. Warum er den “Wahlkampf” nötig hat, verstehe ich nicht. Wahrscheinlich gibt es lecker Häppchen.
Nun denn: Bei seinem Besuch in Stuttgart ergab sich, dass nochmal jemand nachgefragt hat, wie das denn nun ist mit dem Internet und so:
Vor ein paar Tagen kam auf Twitter der Hinweis zu einem Video rein, das einen Vortrag von Stephan Urbach dokumentiert. Dort spricht er sehr bewegend über seine Erfahrungen mit Telecomix und warum Freiheit das Wertvollste ist was wir haben.
Ihr könnt euch den Vortrag hier direkt auf Youtube anschauen:
Falls ihr aber eine bessere Qualität oder nur Audio haben wollt, gibt es auch Torrents:
Ständig wird gesprochen von einer “Netzgemeinde”, einer “Netzöffentlichkeit”. Gar von einer “digitalen Bohème”. Ich habe es satt! Das ist genau die gleiche Denke wie Youtube-Videos in der Tagesschau zu zeigen und dann “Quelle: Internet” darunter zu schreiben.
Wer sind denn “die aus dem Netz” oder “die da im Internet”? Das sind wir! Wir alle! Laut Internet World Stats waren Mitte 2010 etwa 80% aller Deutschen “online” (eine hübsche Grafik gibt es auch bei Wolfram Alpha). Das sind mittlerweile sicherlich deutlich mehr. Hier dann noch zu unterscheiden zwischen der “Netzgemeinde” und dem Volk (bzw. dem sehr großen Teil davon)? Hört auf damit! Wir sprechen ja auch nicht von einer verschworenen Zeitungsgemeinde.
Erstaunlich: Eine repräsentative Umfrage des ZDF zeigt, dass eine knappe Mehrheit der Deutschen den Geheimdiensten das Recht zum Töten zugestehen würde, wenn es um schwere Straftaten geht. Fazit:
“Die Umfrage, die vor dem Auffliegen der NSU durchgeführt wurde, zeigt: Wenn es um abstrakte Gefahren wie Terrorismus geht, sind viele Deutsche offenbar gern bereit, selbst grobe Verletzungen der Menschenrechte und des Rechtsstaatsprinzips klaglos über Bord zu werfen.”
Interesse an der Zukunft unserer Energieversorgung? Der Deutschlandfunk hat eine wunderbare Audiosammlung zusammengestellt, die über alle Teilbereiche bestens informiert. Das ist auf jeden Fall mal ein Besuch wert.