Funkenstrahlen Podcasting, Netzpolitik, App-Entwicklung

Tim Pritlove gründet die Metaebene Community auf Slack

Bisher hatten sich Wordpress-Kommentare, Twitter und IRC-Chat als direkte Kommunikation zwischen Hörer und Podcaster etabliert.

Speziell der IRC-Chat für Liveformate stößt mittlerweile aber immer mehr an seine Grenzen. Es gibt kaum gute Apps, die mit aktuellen Messengern mithalten können.

Podcasts werden vor allem direkt auf dem Smartphone und nicht mehr am Computer gehört. Da ist natürlich ein Chat direkt auf dem Smartphone umso wichtiger. IRC wurde allerdings nicht dafür gebaut auch gut auf Smartphones zu funktionieren, da eine dauerhafte Verbindung zum Server nötig ist. Eine Chat Historie, Push-Notifications? Alles nicht vorhanden.

Mir ist bewusst, dass sich durch das Betreiben von IRC-Clients auf einem eigenen Server und der Installation von diversen Plugins einiges nachrüsten lässt. Das ist allerdings für viele Hörer schlicht nicht machbar. Wer viele Menschen mitnehmen möchte, der muss einfache Lösungen anbieten:

  • Apps für alle Devices
  • Push Notifications
  • Nachrichten History
  • Bilder Einbettung
  • Link Preview
  • Bots
  • User Avatare
  • Kostenlos

Alle diese Funktionen bietet Slack. Dabei ist Slack eigentlich für geschlossene Gruppen und Teams gedacht. Durch einen Trick schafft es Tim Pritlove mit der Metaebene eine offene Plattform zu schaffen: Normalerweise müssen neue Mitglieder einer Slack Gruppe vom Administrator eingeladen werden. Es gibt allerdings einen Slack Bot, der es ermöglicht, dass Hörer sich über eine Webseite selbst einladen können (die Einladung verschickt dann der Bot).

Hier könnt ihr das für die Metaebene in Aktion sehen.

So gibt es auch schon viele andere offene Communities, vor allem für Open Source Projekte, die sich auf Slack tummeln.

Bisher findet die Idee großen Anklang. Schon heute tummeln sich in der Metaebene Community über 700 Hörer. Das ist deutlich mehr als im IRC-Chat jemals aktiv waren. Ich denke das könnten noch deutlich mehr werden, denn bisher hat Tim das in seinen Sendungen fast gar nicht angekündigt. Das Projekt ist als Experiment gestartet, allerdings ist es jetzt schon ein großer Erfolg. Ich sehe keine Chance mehr für einen Weg zurück zu IRC.

Toll finde ich, dass jetzt nicht nur Gespräche während Livesendungen stattfinden, sondern sich die ganze Zeit Hörer untereinander austauschen. Die Hürde für Feedback ist deutlich niedriger als einen Wordpress Kommentar abzusetzen.

Die Lösung für alle Podcaster?

Ich bin gespannt wie viele weitere Slack Communities wir bald in der Podcastwelt sehen werden. Nachdem das bei Tim nun so gut funktioniert, sicher eine reizvolle Option. Einzige Hürde könnte das Beitreiben des Einladungs-Bots sein. Das ist gar nicht so einfach, wenn man keinen technischen Hintergrund hat.

Eine andere Frage ist, wie gut das Konzept dann noch funktioniert, wenn Hörer dann in zehn verschiedenen Slack Communities angemeldet sein müssen. Dann muss man ständig zwischen den verschiedenen Podcasts hin- und her wechseln. Für 2-3 Communities könnte das aber noch gut funktionieren.

Wenn die Metaebene Community zeigt, dass Slack eine tolle Idee ist, dann macht vielleicht eine allgemeine Podcast Community Sinn, auf der sich dann für jeden Podcast ein Channel findet.

Möchte ein Podcast einen Channel eröffnen, muss er nicht alles selbst einrichten, sondern kann beim Admin einfach um einen eigenen Channel bitten.

Warum nicht gleich Mixlr?

Mixlr ist eine Plattform, die Livestreaming, Chat und Apps direkt optimiert für Podcaster an einer zentralen Stelle anbietet. Das hat alles noch so seine Probleme, aber langfristig wird sich wohl ein Twitch für Podcast Livestreams durchsetzen.