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WLAN Sprache, Schwere Sprache!

Ich war in Urlaub (yeah!). Was natürlich auf keinen Fall fehlen durfte: Internet.

Glücklicherweise gab es dort WLAN. Mit 30 EUR für zwei Wochen ist man dabei. Eigentlich ziemlich happig für ein wackeliges Netz, das in besten Stunden etwa 100kb/s transportiert. Aber eben immer noch billiger als die 50 Cent pro Megabyte im Mobilnetz.

Wir haben versagt.

Das verblüffende daran ist, das in diesem Netz etwa hundert Geräte völlig unverschlüsselt herumgeistern. Niemanden scheint das zu stören. Das ist ziemlich fahrlässig was hier betrieben wird. Ein komplett offenes WLAN, in das sich jeder einbuchen kann - auch wenn er nicht Gast des Hotels ist.

Wir haben versagt. Die Netzgemeinde hat versagt. Die Hacker haben versagt. Die Gesellschaft hat versagt. Wie können wir es mit ansehen, wie so viele Menschen völlig ohne Skrupel ein solches Netz nutzen als seien sie zu Hause in der Badewanne?

Hier sind tatsächlich die 30 EUR teuren WLAN Login Codes noch das Unbedeutendste was sich mit einfachen Mitteln aus der Luft fischen lässt. Wer verdient denn bitte auch nur einen Euro damit, ein offenes WLAN zu entwerfen in dem man via HTTP POST seine Logindaten für den Internetzugriff übermittelt?

Wie kann man den Menschen zumindest ein grobes Verständnis dafür vermitteln, dass man sich in einem offenen WLAN schützen muss? Schließlich kleidet man sich in einem Schwimmbad ja auch nicht so wie zu Hause in der Badewanne. Vielleicht ist es zu abstrakt. Vielleicht hilft es nicht, die Menschen mit technischen Details zu bewerfen und zu erwarten, dass sie daraus die richtigen Schlüsse ziehen. Vielleicht reicht es, dass die Menschen lernen, dass man sich in offenen Netzen anders verhalten muss. Sie müssen nicht genau wissen weshalb. Ein grobe Vorstellung davon, dass man das nicht tun sollte reicht.

Doch wie vermitteln? Wenn man mit den Menschen darüber spricht erntet man meist nur ein müdes Lächeln. “So was macht doch keiner hier. Wer interessiert sich denn für meine Daten?” Muss ich denn mit dem Inhalt ihres Mailkontos vor der Tür stehen, damit sie mir glauben, dass sie das ganz bestimmt nicht wollen?

Ich fordere nicht, dass an Schulen zukünftig Hacker ausgebildet werden und dass jeder unbedingt Programmieren lernen muss. Aber es wäre an der Zeit zumindest der jungen Generation ein grobes Verständnis für Technik und das Internet zu vermitteln. Es muss sich nicht jedes Kind die Finger an der Herdplatte verbrennen, um zu lernen, dass man da besser nicht hinfasst - weil es verdammt heiß ist.

Wie lange können wir es uns noch leisten so zu versagen?