Funkenstrahlen Podcasting, Netzpolitik, App-Entwicklung

Zeitraffer selbst gemacht.

Kennt ihr diese coolen Zeitrafferaufnahmen? Von Straßen bei Nacht, vom Sternenhimmel oder einfach nur von beeindruckenden Wolkenformationen? Ich finde die einfach wunderbar!

Da ich ja Dinge die ich mag auch immer gerne selbst mache, habe ich mir angeschaut wie man das am Besten macht. Die erste ein bisschen naive Idee: Einfach eine Kamera aufstellen, 10h Video aufzeichnen und später dann in der Nachbearbeitung schneller machen. Doof, dass 10h HD-Video nicht gerade mal so locker auf eine SD-Karte passen. Video fällt also flach. Stattdessen macht man einfach Fotos. Kontinuierlich, immer im gleichen Zeitabstand. Wenn man diese Bilder dann später schnell hintereinander setzt, hat man schon das Zeitraffervideo.

Bei 25 Bilder pro Sekunde und 4GB Speicherkapazität meiner SD-Karte (reicht für etwa 4000 Bilder), komme ich dann in HD-Videoauflösung auf etwa 2:30 Minuten Zeitraffervideo. Mehr als 4GB sind mit der alten Kamera, die ich dazu verwende leider nicht drin (Sie kann kein SDHC). Möchte man nun also 5h lang Fotos machen, dann müssen zwischen den einzelnen Bildern immer etwa 4-5s liegen. So werden die 2:30 Minuten, die nachher dabei herauskommen optimal ausgenutzt.

Ich bin dann weiter auf das Problem gestoßen, dass meine Kamera natürlich nicht von Haus aus eine Intervallfunktion hat. Es gibt die Funktion alle 10s ein Bild zu schießen, allerdings nur für 10 Bilder am Stück. Das reicht für eine Zeitrafferaufnahme natürlich überhaupt nicht.

Fürt die Canon Powershot A540 gibt es allerdings das CHDK. Damit lassen sich eigene Lua Skripte auf der Kamera ausführen (und noch viele andere tolle Dinge machen). Man kopiert sich dazu die entsprechende Firmwareversion auf die SD-Karte und lädt dann bei jedem Start der Kamera eine modifizierte Firmware. Dabei muss man als MAC-User ein wenig aufpassen, da einige wichtige Dateien nach dem Auspacken auf der SD-Karte nicht ausführbar sind (das liegt an den extended Attributes von MacOS, die aber auf dem FAT-Dateisystem der SD-Karte nicht funktionieren). Nach ein wenig Suchen, konnte ich dafür aber eine Lösung finden: xattr -d com.apple.quarantine DISKBOOT.BIN PS.FIR wandelt dich wichtigen extended Attributes um.

Nun kann man mit folgendem Skript wunderbare Timelapse Aufnahmen starten:

lua %} --[[ @title Intervalometer @param a = interval (sec) @default a 15 --]] repeat start = get_tick_count() shoot() sleep(a*1000 - (get_tick_count() - start)) until ( false )

Empfehlenswert ist auch ein dickerer Akku, oder ein Netzteil für die Kamera, da 5h Laufzeit fast keine Kamera am Stück packt.

Wenn die Bilder gemacht sind, sollte man sie zunächst einmal umbenennen. Am besten ist eine simple Nummerierung, da die meisten Programme damit am besten umgehen können: 0001.jpg, 0002.jpg, 0003.jpg, …

Um aus diesen Bildern dann ein Video zu generieren, verwende ich Premiere Pro. Es gibt sicher auch andere Möglichkeiten, aber ich habe mich zugegebener Maßen völlig in ffmpeg verheddert als ich es damit versucht habe. Codecs fehlten und Parameter wurden nicht übernommen. Soll heißen: Wenn ihr kein professionelles Videotool zur Verfügung habt, dann geht es theoretisch auch ohne. Macht aber nicht so viel Spaß: RTFM Methode eben.

Nun würde mich mal interessieren: Habt ihr auch schonmal solche Zeitraffer Aufnahmen erstellt? Von mir wird es auf jeden Fall in nächster Zeit einige solche Aufnahmen hier zu sehen geben. Seid gespannt!