Funkenstrahlen Podcasting, Netzpolitik, App-Entwicklung

Shoppingträume

Der @flo_wi hat sich ein paar Gedanken gemacht, wie Einkaufen in Zukunft gelöst werden könnte:

Einfach rein, rund um die Uhr, Personal ist nicht notwendig. Ich nehme mir die Dinge die ich brauche, beim Verlassen des Geschäftes werden die Wahren in meinem Einkaufswagen erfasst, ich sehe sie inklusive des Gesamtpreises auf einem Display und die Türe öffnet sich.

Oder das Ganze noch weiter gedacht:

Warum bringt mir noch keine Flugdrohne den Kasten Club-Mate direkt an das Fenster meines Zimmers?

Da kommt ja Amazon schon recht nahe hin. Ich könnte mir da auch noch gut vorstellen, dass man Rezepte im Netz finden kann oder sie von Freunden empfohlen bekommt und dann einfach auf “alle nötigen Zutaten bestellen” klickt. Dann fragt das Smartphone schnell beim Kühlschrank nach, was noch da ist und lässt den Rest komfortabel liefern. Utopie? Ich denke nicht.

Der @qrios hat dann die Befürchtung geäußert, dass ja Supermärkte (gerade wenn sie dann komplett ohne Personal betrieben werden) dazu führen, dass immer weniger lokale Produkte verkauft werden und es zu einer Produkthomogenisierung kommt:

Mit dem Aufkommen von Supermärkten entstand ein Druck auf Vereinheitlichung und Spezialisierung. Diesen (Einkaufs-)Druck versuchten die Landwirte durch Genossenschaften (Raiffeisen und LPGs) mit einer eigenen Kraft zu kontern. Damit haben sie aber die Büchse der Pandora an einer anderen Seite geöffnet. Plötzlich hatten sie die (kumulierten) Mittel für leistungsfähigere und teurere Landmaschinen. Diese jedoch waren nur sinnvoll einzusetzen, wenn man die Felder größer macht und gleichzeitig die Anzahl der angebauten Früchte reduziert.

Ich denke damit hat er zunächst einmal Recht. Aber wir sollten nicht aus den Augen verlieren, dass das Internet auch dazu geführt hat, dass Mittelsmänner immer weniger Gewicht bekommen haben. Autoren können direkt bei Amazon veröffentlichen, Musiker direkt bei iTunes ihre Musik anbieten. Warum sollte es also nicht auch einen virtuellen Marktplatz geben, auf dem auch die lokalen Bauern wieder an Bedeutung gewinnen? Die Lieferung der Produkte wäre dann genau wie die Bereitstellung von Internetzugang einfach ein Service für den man unabhängig vom Produkt bezahlt. Bei sinkenden Transportkosten (Stichwort Drohnen) scheint mir das durchaus realistisch. Man könnte Menschen sogar noch viel mehr dazu animieren Lokal einzukaufen, indem man eine Art Gamification einbaut: Wer am “lokalsten” einkauft bekommt die meisten Punkte. Irgendwas in der Art eben. Funktioniert an vielen anderen Stellen ja schon wunderbar.

Bin gespannt wie sich das entwickeln wird. Vielleicht ist das auch einfach alles nur zu weit gedacht. Aber damals hat auch kaum einer geahnt, was mit dem Netz heute möglich ist.

In diesem Sinne: Happy Shopping :)