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Dauernebel

Ich muss ehrlich sagen ich bin erstaunt. Erstaunt über mich selbst. Die Cloud hat so schnell den Weg in meinen Alltag gefunden, dass man quasi schon von Dauernebel sprechen kann.

Vor ein paar Jahren hätte ich all das noch komplett abgelehnt. Zu unsicher, unzuverlässig und die Privatsphäre wird vernachlässigt. Heute nutze ich Dropbox um Daten mit Kommilitonen auszutauschen, Google um den Kalender zu synchronisieren, die iCloud von Apple für meine Kontakte, diverse Dienste um Nachrichten zu lesen oder direkt bei Interesse auf den Kindle zu laden. Mit all diesen Diensten bin ich noch lange nicht am Ende meiner Liste. Ich wollte euch aber die Langeweile ersparen. Sicher habt ihr bereits gemerkt auf was ich hinaus möchte: Warum bin ich plötzlich bereit so viele dieser Dienste zu benutzen?

Ich denke das hat mehrere Gründe. Zum einen ist es natürlich unglaublich praktisch. Ich kann gar nicht genug Gummibärchen kaufen für die Zeit die ich durch die Nutzung von diesen Diensten einspare. Nie zuvor war es so einfach alle Kontakte auf mehreren Geräten aktuell zu halten oder Daten mit anderen Menschen auszutauschen. Ja es ginge auch ohne. Aber das Leben wäre deutlich weniger angenehm (was die digitale Organisation angeht natürlich).

Zum anderen ist bisher nichts passiert. Das mag naiv klingen, aber man verliert die Befürchtung vor gewissen Dingen (massiver Datenmissbrauch), wenn sie einfach über lange Zeit hinweg nicht eintreten. Zumindest wenn man nicht direkt spürt dass man davon betroffen ist.

Jetzt würde mich interessieren: Geht es euch genauso, dass ihr immer mehr Cloud Dienste nutzt, weil die so unglaublich praktisch sind? Verliert ihr dabei auch immer mehr die Befürchtungen, die euch zuvor davon abgehalten haben jegliche Art solcher Services zu vermeiden?

Natürlich ist es nicht so, dass ich alle meine Bedenken gegenüber der Cloud verloren habe. Aber zumindest ist es keine böse schwarze Gewitterwolke mehr, sondern mehr eine hübsche weiße Wolkendecke aus Schäfchenwolken, die nicht so recht durchschaubar ist.

Der digitale Wettertrend geht jedenfalls ganz klar in Richtung stark bewölkt. Wer die Cloud nicht mag, sollte sich einen Regenschirm kaufen.

Artikelbild: cc-by von Jason Pratt auf Flickr.