Funkenstrahlen Podcasting, Netzpolitik, App-Entwicklung

Die Sache mit dem WLAN

Ihr kennt das sicher: Nochmal kurz einen Kaffee nebenan. Wunderschönes Ambiente. Kein WLAN. Danach eine Fahrt mit der Bahn in den Nachbarort zum Einkaufen. Kein WLAN. Im Supermarkt schnell mal Preise vergleichen. Kein WLAN. Später joggen im Park. Kein WLAN. Im Rathaus kurz nochmal das richtige Büro nachschlagen. Kein WLAN. Es ist schecklich!

Verdammt, das Netz ist das Praktischste, was den Menschen seit langem passiert ist! Und sie ignorieren es. Sie verbannen es von allen Orten, an denen es Sinn macht. Ich denke da an: Cafe, Supermarkt, Freizeiteinrichtingen (Schwimmbäder, Parks, Sportrouten), Öffentliche Einrichtungen, Öffentliche Verkehrsmittel, … Es gibt kaum einen Ort, an dem es Argumente gegen die Bereitstellung von Netzzugängen gibt. Es ist doch offensichtlich, wie uns die Verbreitung des Netzes gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich weiter bringen könnte.

Woran es mal wieder scheitert? Natürlich. Cyberwar, Internetkriminalität, Raubkopien. Bestimmt auch Terrorismus (ist ja immer irgendwie überall gefährlich). Nicht auszudenken, man könnte den grausamen Raubkopierer nicht dingfest machen, während er sich über das Bahn-WLAN einen Song anhört.

Was hat man also beschlossen: Wer ein WLAN betreibt ist für den Inhalt der darüber übertragenen Daten verantwortlich. Klar. Liegt auf der Hand. Denn man hat sich ja auch bei der Post entschlossen sie nicht für den Inhalt der mit ihr verschickten Briefe verantwortlich zu machen. Kopf. Tisch. Auch die großen Internetprovider sind nicht für den Inhalt der Datenübertragungen verantwortlich zu machen. Warum also die kleinen “Provider” im Cafe, im Supermarkt oder im Rathaus?

Diesem Problem hat sich die Digitale Gesellschaft mal angenommen und einen Gesetzesvorschlag formuliert, der die Verantwortung von den kleinen “Providern” nimmt. Das ist ein wichtiger Schritt hin zu einer ordentlichen Netzpolitik in Deutschland.

Vorerst bleibt mir nur eins: Hoffen, dass beim nächsten Kaffee um die Ecke zumindest mein Mobilfunkprovider nicht versagt.

Update: Dieses Gerichtsurteil passt sehr gut zu diesem Thema und soll daher nicht unerwähnt bleiben.

Erstes Foto: 3oheme on Flickr Zweites Foto: Daquella manera on Flickr