Funkenstrahlen Podcasting, Netzpolitik, App-Entwicklung

Der letzte Aufschrei

Es ist wie ein Kind im Wattenmeer: Von der drohenden Flut bedroht ruft es lautstark um Hilfe und läuft dabei in die falsche Richtung, dem sicheren Verderben entgegen. So scheint es momentan einer Medienbranche nach der anderen zu gehen: Von den Ausläufern des Internets überrollt, versuchen sie sich weiter mit einem Arm über Wasser zu halten, statt rechtzeitig an Land zu gehen. Das Beharren auf alten Geschäftsmodellen, statt der Akzeptanz des Neuen hindert sie daran entspannt mit den Veränderungen umgehen zu können.

Beispiele dafür finden sich in letzter Zeit häufig: Forderung nach einem Leistungsschutzrecht, ACTA, PIPA, SOPA, Buchpreisbindung für eBooks, Verhandlungen der ARD mit dem Springer-Verlag (wegen Tagesschau App), …

Ist es Ignoranz oder Unverständnis?

Man muss sich nur mal die Verkaufszahlen von Tablets anschauen. Der Trend ist klar abzusehen: Mehr mobile Geräte, hohe Verfügbarkeit von Daten, Internet wird Alltag. Einkaufen und Konsumieren von Medien aus dem Netz wird bequemer, schneller, besser und einfacher sein als jemals zuvor. Wer diesen Zug verpasst, wird nicht mehr aufspringen können, da der Zug dann schon zum Jet geworden und abgehoben ist.

Ich habe mich schon einmal mit dieser Thematik beschäftigt: Von den Kindern die den Zeitungsboten nicht mehr kennen. Es hat sich bisher nicht viel getan. Wir haben nur feststellen müssen, dass Zeitungsverlage und Buchverlage gerade die gleichen Fehler machen, wie es die Film- und Musikindustrie schon getan hat.

Demnächst wird wohl Amazon zum Buchverleger werden und damit den eBook-Markt dominieren. So werden sie die Buchpreisbindung überwinden und Autoren zu Leserschaft verhelfen. Warum? Es ist für Amazon mit fast keinem Risiko verbunden einfach so gut wie alle Autoren zuzulassen! Für den Vertrieb eines eBooks fallen für Amazon im Grunde keine Kosten an.

Artikelfoto: cc-by-nc toastbrot81