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Google Wave - das Ende der E-Mail?

Google hat vor einiger Zeit ein neues Projekt vorgestellt, mit dem es die E-Mail neu erfinden will. Da die E-Mail in einer Zeit entstand als es das Web 2.0 in der heutigen Form noch nicht gab, ist es durchaus angebracht über neue Möglichkeiten der Kommunikation nachzudenken, die sich an den heutigen Möglichkeiten des Internets orientieren.

Google Wave ist eine Mischung aus Instant Messenger, Mail Client, Forum und Wikipedia. Die Waves liegen dabei zentral auf einem Server. Nun kann man einige seiner Kontakte dazu einladen an der Wave teilzunehmen. Sie können dann antworten, editieren, Bilder einfügen, sich die History der Wave anschauen etc. So entsteht kollaboratives Arbeiten an der Wave – und das ist in Echtzeit möglich, so dass auch das Chatten funktioniert.

Einen tollen Überblick über die Möglichkeiten, die sich mit Google Wave eröffnen zeigt folgender Mitschnitt eine Google Konferenz, auf der Google Wave der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Für alle die, die nicht so viel Zeit haben hier noch ein kurzer (aber unvollständiger) Überblick.

Google plant nach der Fertigstellung den Code von Google Wave als Open Source zu veröffentlichen. Damit ist es auch anderen Anbietern möglich Wave Server zu betreiben. Google gibt damit sein Monopol aus der Hand – was dafür spricht, dass sie diese Technik wirklich weit verbreiten wollen. Somit entsteht eine dezentrale Technik wie sie auch aktuell bei der „klassischen“ E-Mail existiert.

Das BSI warnt davor Google Wave zu nutzen, da man dabei die Kontrolle über seine Daten verliert. Dagegen spricht allerdings, dass Millionen Nutzer schon ein Google Mail Konto haben und sich über die Daten dort keine Gedanken machen. Zudem wird der Code von Google Wave als Open Source veröffentlicht und somit kann der Kunde wohl bald wählen welchem Anbieter er seine Daten anvertrauen möchte.

Indem Google Google Wave Open Source stellt erhoffen sie sich, dass freie Entwickler interessante Addons entwickeln, die Google Wave noch spannender machen (z.B. die Möglichkeit Wikipedia Artikel mit der Technik von Google Wave zu editieren). Sie stellen sich das wohl so ähnlich vor wie das bei Apple mit den Apps für das I-Phone funktioniert hat. Meiner Meinung nach ein guter Ansatz.

Google Wave ist momentan allerdings noch in der Bata-Phase und daher noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Es soll jedoch bis Ende des Jahres soweit fertig sein, dass jeder Zugang erhalten kann. Vermutlich in der ersten Zeit wohl nur über die Google-Eigenen Server. Es besteht die Möglichkeit sich für den Beta Test zu bewerben und so schon früher Einblick zu erhalten.

Weitere Informationen über die Funktionsweise zu Google Wave finde sie hier.