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Das neue Windows

Ich habe mir mal Zeit genommen und ein Blick auf das neue Microsoft Windows 7 geworfen, das vorraussichtlich am 22.Oktober 2009 im Handel erhältlich sein wird. Ich muss leider zugeben (als Linux-Freund), dass das neue Windows 7 ein wirklich anständiges und brauchbares Betriebssystem ist (wie man es eigentlich auch erwarten kann, doch mit Windows Vista wurden wir ja eines besseren belehrt) auch wenn es an der ein oder anderen Stelle noch Probleme gibt, die mich etwas gestört haben.

Testsystem

Ich habe für den Test Windows 7 Ultimate RC Build 7100 benutzt:

Das Testsystem lief auf etwas betagter Hardware, d.h. auf Hardware die vielleicht der ein oder andere ohne große Investitionen erwerben kann:

  • Pentium 4 mit 2,4GHZ
  • 3GB DDR1 Ram
  • 160GB IDE Festplatte
  • Nvidia GeForce 6800Gs mit 256MB Ram

Ich war sehr erstaunt wie gut Windows 7 auf dieser Hardware lief - es war gefühlt mindestens genauso schnell wie Windows XP auf der selben Maschine. Auch Abstürze hatte ich keine zu beklagen. Windows 7 war beim Herunterfahren und Booten um einiges schneller als Windows XP. Für Windows Vista habe ich leider keine Vergleichswerte. Windows 7 brauchte ungefähr 15s zum Herunterfahren. Nach dem Anschalten des Rechners dauerte es ca. 30s bis der Anmeldebildschirm erschien. Nach ca. 1min war dann der Desktop verfügbar. Bis sich an Fesplattenaktivität nichts mehr regte und Windows 7 alle Dienste geladen hatte verging noch einmal eine weitere Minute. Alles in allem fühlte sich Windows 7 aber deutlich schneller an als Windows XP.

Installation

Die Installation vierlief ungewöhnlich komfortabel. Es war wirklich einfach den Rechner zu installieren, auch unversierte Nutzer können das meiner Meinung nach ohne Probleme schaffen. Es dauerte ungefähr 4 Minuten bis alle nötigen Benutzereingaben gemacht waren und Windows 7 mit der Installation begann. Nach 25 Minuten war dann alles geschafft und ich wurde freundlich vom Windows Desktop begrüßt - bisher noch keine qualvollen Treiberinstallationen oder dubiose Fehlermeldungen. Ich war beeindruckt! Selbst der Grafiktreiber war schon fertig installiert und eingerichtet. Nun belegt Windows 7 ungefähr 14GB Festplattenspeicher, was schon sehr viel ist (Windows XP kommt mit deutlich weniger zurecht). Allerdings ist die Testversion auch Windows 7 Ultimate weshalb hier wohl mehr Daten auf die Platte geschaufelt werden müssen als bei der Home Premium Version, die wohl die meisten Standardanwender zu Hause verwenden werden. Auch die WLAN-Verbindung konnte ich während des Setupvorgangs einrichten und hatte nach Abschluss der Installation einen voll funktionsfähigen Rechner. Einzig und allein meine Soundkarte konnte nicht automatisch mit einem Treiber gefüttert werden. Das mag zum einen daran liegen, dass es noch keinen offiziellen Windows 7 Treiber für meine Soundkarte liegt und zum anderen daran, dass die Soundkarte in der Hardwaredatenbank von Microsoft nicht verzeichnet ist. Die Installation des Treiber war dann aber nicht schwerer als unter Windows XP auch. Man kann beinahe problemlos Vista-Treiber unter Windows 7 verwenden.

Wartungscenter

Kurz nach dem Start viel mir das Wartungscenter von Windows 7 ins Auge. Es zeigt alle wichtigen Aktionen an, die noch zu tun sind, um den Rechner sicher und auf dem aktuellen Stand zu halten. Das finde ich eine sehr gute Idee, da sehr viele Anwender häufig vergessen ihr System zu aktualisieren oder den Virenscanner auf dem neuesten Stand zu halten, was aber für die Sicherheit des Systems essentiell ist..

Wo ist die Sidebar von Windows Vista?

Unter Windows 7 sucht man die Sidebar von Windows Vista vergeblich. Es gibt nun so genannte Minnianwendungen, die frei auf dem Desktop platziert werden können. Wem es gefällt, der kann die Minianwendungen auch wieder auf die rechte Seite schieben wo bei Windows Vista noch die Sidebar war. Dabei gibt es standardmäßig die Minianwendungen zur Auswahl, die auf dem Screenshot zu sehen sind. Über Sinn und Unsinn der Anwendunge lässt sich streiten, doch dafür hat es Microsoft dem Anwender sehr leicht gemacht neue Minianwendungen aus dem Internet zu installieren.

Taskleiste

Auch die Taskleiste ist unter den Hammer gekommen und hat einige sinnvolle neue Funktionen erhalten: Es gibt unter Windows 7 keine Trennung mehr zwischen Shortcut-Icons und Tabs laufender Programme. Wird ein Programm gestartet erscheint es als hervorgehobenes Symbol. Das verschafft auf jeden Fall mehr Aufgeräumtheit und Platz in der Taskleiste - auch wenn sie nun etwas dicker geworden ist.

Systemsteuerung

Die Systemsteuerung ist wie unter Windows Vista sehr aufgeräumt und man findet schnell den richtigen Dialog um die gewünschten Änderungen am System vorzunehmen.

Benutzerkontensteuerung

Unter Windows Vista wurde das neue Sicherheitskonzept vielfach beklagt, da Windows Vista mit andauernden Popups nervte und Bedenken über Aktionen des Nutzers äußerte. Windows 7 sollte das besser machen. Man kann in der Benutzerkontensteuerung über einen Regler einstellen wie ernst Windows 7 es mit den Warnungen nehmen soll. Das ist zum einen ein Entgegenkommen für Nutzer, die wissen was sie tun und sich des Risikos auch ohne Warnung bewusst sind, aber auf der anderen Seite ein Sicherheitsverlust, falls der Regler nach unten verschoben wird (wenn man bei Windows von Sicherheit sprechen kann). Wer die gleiche Sicherheit wie unter Windows Vista auch unter Windows 7 erreichen will, der sollte den Regler ganz nach oben schieben.

Netzwerk- und Freigabecenter

In diesem Punkt hat sich Windows Vista und auch Windows 7 mit der Benutzerfreundlichkeit meiner Meinung nach keinen Gefallen getan. Ich hatte wesentlich mehr Probleme mit diesem (für mich neuen) Konfigurationcenter zurechtzukommen. Es hat wirklich lange gedauert bis ich herausgefunden habe, dass mein ein LAN zuerst als Privat und Sicher einstufen muss, bis man darüber Dateien austauschen kann.

Der komplette Desktop

Probleme

Wie man es so kennt ist nie alles perfekt und so habe ich auch an Windows 7 ein bisschen Kritik zu äußern.

Benutzerordner

Ich habe unter Windows 7 ein wenig mit der Erstellung neuer Benutzer herumgespielt und Windows 7 hat merkwürdige Ordnernamen mit den persönlichen Einstellungen der Nutzer erstellt. Das hat mich ein wenig irritiert. Windows XP hat einfach den Benutzernamen verwendet, doch unter Windows 7 können sich scheinbar Benutzername und Name des Benutzerordners unterscheiden.

Programme installieren

Unter Windows XP war es üblich, dass der Installationsordner für Programme standardmäßig C://Programme/ war und in der US-Amerikanischen Version hieß er C://Program Files/. Windows Vista und Windows 7 haben nun allerdings einen Standard eingeführt. Das klingt zunächst super, denn nun sollten alle Installationsroutinen keine Probleme mehr haben den richtigen Installationsort automatisch auszuwählen. Entschieden hat man sich für die US-Amerikanische Version (ist ja auch Hauptsitz von Microsoft). Das wäre nun alles weiter nicht so schlimm, doch im Explorer und in anderen Windows-Eigenen Dateimanagern verdecken Windows Vista und Windows 7 die US-Amerikanischen Bezeichnungen mit der lokalen Spracheinstellung. Das gilt nicht nur für den Programme-Ordner. Nun haben einige ältere Programme Probleme diesen Mix wieder richtig aufzulösen, denn System-Intern gibt es C://Programme/ nicht mehr. Hier liegt der schwarze Peter nun auf der Seite der Softwareentwickler - sie müssen nun ihre Installationsroutinen entsprechend anpassen. Das zeigt der Explorer: Und das zeigt Total Commander - das ist also die tatsächlich vorhandene Ordnerstruktur: