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Die Welt der Pinguine

Was ist Linux?

Wenn man mal in die Wikipedia schaut, dann findet man Folgendes (Ich habe einmal einige wichtige Passagen herausgesucht):

Linux [...] ist ein freies Multiplattform-Mehrbenutzer-Betriebssystem, das den Linux-Kernel verwendet, auf GNU basiert und Unix ähnlich ist. [...]

Das modular aufgebaute Betriebssystem wird von Softwareentwicklern auf der ganzen Welt weiterentwickelt, die an den verschiedenen Projekten mitarbeiten. Es sind sowohl Unternehmen als auch Non-Profit-Organisationen und Einzelpersonen beteiligt, die dies als Hobby betreiben. [...]

Die Einsatzbereiche von Linux sind vielfältig und umfassen unter anderem die Nutzung auf Desktop-Rechnern, Servern, Mobiltelefonen, Routern, Multimedia-Endgeräten und Supercomputern. Dabei variiert die Verbreitung von Linux in den einzelnen Bereichen drastisch. So ist Linux im Server-Markt eine feste Größe, während es auf dem Desktop bisher nur eine geringe Rolle spielt. [...]

(Zitat vom 25.12.08, zum Wikipedia Artikel)

Ich weiß nun nicht ob wirklich klar geworden ist, was Linux wirklich ist, denn man benötigt noch ein wenig Hintergrundwissen, um den Wikipedia Artikel verstehen zu können. Zunächst einmal sollte man wissen, was ein Betriebssystem ist. Viele kennen nur Windows - aktuell ist gerade Windows Vista. Dieses “Softwarepaket” dient als Grundlage fast aller Desktop Computer auf der ganzen Welt - das Betriebssystem. Erst auf diesem Betriebssystem (Windows) aufbauend können weitere Programme wie z.B. ein Textbearbeitungsprogramm installiert werden. Die Kommunikation mit der Hardware übernimmt dabei aber das Betriebssystem. Es sollte nun also klar sein, dass das Betriebssystem auf jeden Fall nötig ist, um mit dem Computer arbeiten zu können bzw. um weitere Software installieren zu können.

Tux

Linux ist nun, auch wie Windows, ein Betriebssystem, mit dem man seinen Computer betreiben kann. Es enthält genauso alle nötigen Programme zum Arbeiten an einem Desktop PC so wie auch einige Server Komponenten - wie im Wikipedia Artikel erwähnt wird Linux zumeist auf Servern eingesetzt. Ich muss unbedingt auch noch auf das Maskotchen von Linux eingehen: der Pinguin genannt Tux. Tux ist schon viele Jahre das Markenzeichen von Linux. Doch was zeichnet Linux aus und macht es zu etwas Besonderem?

Kostenfaktor

Einer der entscheidenden Faktoren ist der Kostenfaktor: Linux ist kostenlos (zum Vergleich: eine aktuelle Windows Vista Ultimate Lizenz kostet ca. 150 Euro). Da Windows mittlerweile alle zwei Jahre mit einer neuen Version aufwartet, die man kaufen muss, um auf dem aktuellen Stand der Entwicklung zu bleiben wird man schon nachdenklich, wenn man jedes Mal so viel Geld ausgeben muss.

Community

Linux lebt hauptsächlich von seiner großen Community. Tausende Interessierte verbringen ihre Freizeit damit, Fehler in Programmen zu beheben, das Betriebssystem zu verbessern und neue Programme zu entwickeln. Diese gibt es dann frei zum Download - für Jedermann (Man findet praktisch für jedes Programm das man sucht ca. 20 verschiedene Programme, die man sich frei herunterladen kann). Zudem gibt es viele Foren, in denen man immer schnell mit viel Fachwissen geholfen bekommt. Wenn man ein Problem hat dann bekommt man meistens innerhalb von zwei Stunden die Lösung heraus (falls das Problem schon einmal bestand findet man die Lösung durch das Durchsuchen von Foren auch viel schneller).

Möglichkeiten

Nun komme ich zu dem Punkt, der am reizvollsten für einen Umsteiger ist: die Möglichkeiten, die sich mit Linux bieten. Da Linux ein freies Betriebssystem ist, kann jeder daran weiterentwickeln, was er gerne möchte. Entsprechend diesem Grundsatz hat man gefühlsmäßig auch unendlich viele Einstellungsmöglichkeiten. Im Prinzip kann jedes Detail nach den eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Das fasziniert zumindest mich an meisten, da ich nun nicht mehr machtlos irgendwelchen sinnlosen Fehlermeldungen entgegenblicke.

Kritik: Spiele

Es gibt allerdings auch Nachteile an Linux: Spiele. Da Linux unter den Desktop Computern nicht weit verbreitet ist, entwickeln Spielehersteller ihre Spiele nicht für den Betrieb unter Linux. D.h. wer sich für Linux entscheidet verabschiedet sich gleichzeitig von den meisten käuflichen Spielen aus dem nächsten Computermarkt. Das soll nicht heißen, dass es unter Linux keine Spiele gibt: Die Entwicklergemeinde von Linux hat schon viele Spiele entwickelt, die man frei aus dem Internet herunterladen kann - diese entsprechen aber zugegebenermaßen nicht den Spielen, die für viele Millionen Entwicklerkosten für Windows produziert werden.

Meine Erlebnisse - Umstieg von Windows auf Linux

Ich selbst bin auch gerade dabei von Windows auf Linux umzusteigen, weil mich die Vorteile von Linux wirklich überzeugt haben. Es geht allerdings schleppender voran als ich mir das erhofft hatte. Ich hoffe daher, dass alle, die vorhaben von Windows auf Linux umzusteigen sich vorher wirklich Gedanken darüber machen, wie sie das angehen wollen. Warum das? Nun ich will von meinen Erfahrungen berichten: Zunächst einmal habe ich Linux (für Interessierte: die Distribution Ubuntu 7.10) auf meinem Computer parallel zu Windows installiert. So kann ich bei jedem Start des Computers auswählen welches Betriebssystem ich starten möchte. Im Nachhinein musste ich feststellen, dass das ein Fehler war. Sie denken nun sicher darüber nach, wo denn der Nachteil sein sollte, wenn man sich die Möglichkeit offen lässt wieder zum bekannten Betriebssystem zu wechseln. Nun genau das ist das Problem: Linux war neu für mich - Ich kannte mich also noch nicht so gut aus, was dazu führte, dass ich des öfteren auf Probleme stieß, die eigentlich gelöst werden mussten. Doch dazu muss man dann zuerst in diversen Foren suchen bis man die Lösung findet. Warum aber nicht einfach zum alten Betriebssystem wechseln, um das Ganze schneller zu erledigen? Man wechselt daher ständig zwischen den beiden Betriebssystemen hin und her und bleibt am Ende wieder bei Windows hängen. Der Mensche geht eben meistens den einfacherern Weg. Vor allem, wenn man wichtige Schulaufgaben zu erledigen hat will man sich nicht mit Problemen des Betriebssystems herumschlagen. Aus geschilderter Erfahrung sollte man also zuerst jegliches Alternativsystem vom eigenen Computer verbannen, wenn es nicht unbedingt sein muss. So lernt man viel schneller sich in das neue Betriebssystem einzuarbeiten und die anderen Vorgehensweisen zu verstehen. Ich habe den Umstieg nun fast hinter mir: Linux ist entsprechend meinen Wünschen eingerichtet und ich kann zuverlässig meine Office Arbeiten erledigen. Windows ist aber geblieben: Mein Scanner wird nicht von Linux unterstützt. Das liegt daran, dass manche Hardwarehersteller ihre Entwicklungen nicht offenlegen wollen. So kann die Linux Community keine eigenen Treiber entwickeln. Schade, denn zum Scannen muss ich nun immer noch zu Windows wechseln.

Fazit

Ich wollte mit diesem Artikel einfach erklärt klar machen, was Linux ist und was man damit machen kann. Auch das Vorurteil, Linux sei ein Betriebssystem für “Computerfreaks” hat Linux schon lange nicht mehr verdient. Vor Jahren hat das tatsächlich gestimmt: Vor einer schwarzen Konsole sitzen und damit das komplette Office erledigen kann man wirklich keinem Computer-Neuling zutrauen. Doch Linux hat sich verändert und weiterentwickelt. An Benutzerfreundlichkeit muss es sich auf keinen Fall hinter Windows verstecken. Um die nötige Office-Arbeit zu erledigen muss man sich schließlich nicht mit der Konsole beschäftigen. Der Linux Desktop lässt sich dank der vielen Möglichkeiten von Linux auch leicht so konfigurieren, dass man beim Arbeiten kaum einen Unterschied zu Windows spürt. Wichtig ist ein Punkt: Falls man mal tiefer in das eigene System eindringen möchte, um zu verstehen, was vorgeht, ist das mit Linux kein Problem.